012 Apos Abschied - Performance, Gentrifizierung und Besetzung

Apo hat auf dem Bauhaus Campus überwintert und daraus eine Performance gemacht. Er hat in der 35 Kubikmeter Heimat gelebt, das ist ein Tinyhouse, das auch als Bühne oder Schaukasten hätte konzeptioniert sein können, denn es hat eine riesige Front aus Glass. Gerade deswegen hat sich der Schauspieler und Perfomance-Künstler dieses Haus ausgesucht. Ich spreche mit ihm darüber, wie es sich auf einer Bühne lebt und was sich in seinem Leben verändert hat.

Zum Abschluss des Bauhaus Campus, wollte er mit Pauken und Trompeten aus dem Haus ausziehen. Die Eigentümer haben ihm jetzt einen Strich durch die Rechnung gemacht und wollen, dass er 10 Tage früher auszieht um für eine Ausstellung platz zu machen. Er fühlt sich gentrifiziert: Seine Inhalte sollen einer Ausstellung weichen. Jetzt plant er die 35 Kubikmeter Heimat zu besetzten und lädt alle Personen ein, die von Gentrifizierung betroffen sind ihn bei seiner Aktion zu unterstützten. Wie viele Menschen bekommt er wohl in die 35 Kubikmeter? Hört rein!

011 Gemeingüter und der Bauhaus Campus

Katharina Hohaus hat den Bauhaus Campus aus wissenschaftlicher Perspektive betrachtet und die Frage gestellt, ob der Bauhaus Campus ein Gemeingut ist. Katarina spricht mit mir darüber, warum sie zu dem Schluss gekommen ist, dass er das ist und warum der Campus Selbstbestimmung ermöglicht. Hört rein und erfahrt viel Interessantes über Gemeingüter, Elinor Ostrom und Johannes Euler.

010 Mit dem Schlauchboot übers Mittelmeer

Ahmed ist aus Damaskus. Dort wird er vom Militär angehalten, weil er lange Haare hat. Dann findet der Soldat eine MP3 mit Heavy Metal auf seinem Handy. Jetzt ist klar, was jedem klar ist: Ahmed muss ein israelischer Spion oder Satanist sein. Er wird tagelang festgehalten und zusammengeschlagen. Sorry, war ein Fehler doch nur ein jugendlicher, der sich gerne schwarze Kleindung anzieht. Ahmed hat keine Lust mehr auf solche Schikanen und macht sich auf, über das Mittelmeer nach Europa. Ich spreche mit ihm über das, was ihn auf dem Weg bewegt hat. Macht euch gefasst auf eine Reise, die so virtuell erscheint wie ein Computerspiel.

009 Sind wir eigentlich alle schon Cyborgs? - Enno Park

Marc sagte: Lass uns was über Cyborgs machen! Mit ihm zusammen habe ich den Vorsitzenden von Cyborgs e.V., Enno Park, interviewt. Er ist nicht nur selbst ein Cyborg, seiner Meinung nach sind wir bereits fast alle Cyborgs. Wir haben darüber geredet, wie sehr wir mit Technologie verschmelzen und welche Auswirkungen das in unserer (Leistungs-)Gesellschaft hat.

Hört rein und erfahrt außerdem, ob wir bald alle von künstlicher Intelligenz unterworfen werden.Vielleicht erhalten wir ja aber im Gegenzug dafür Antworten auf die großen Sinnfragen des Lebens und kommen durch Technologie Gott ein wenig näher.

008 Prostitution, guter Sex und die Gesetzgeberin – Ilan Stephani

Das Ende der Prostitution ist definiert als der Moment, in dem wir sexuell mündig werden. Aufgeklärt im besten Sinne. Der Moment, in dem wir unsere menschliche Welt wieder erotisch erwärmen, schreibt Ilan Stephanie in ihrem Buch. Krasse Challenge, dachte ich mir – wie schaffen wir das wohl? Ich habe mit ihr gesprochen und sie hat mich nicht nur einmal überrascht.

Hört rein und erfahrt auch, was die Gesetzgeberin für Huren und gegen Menschenhandel tun könnte. Dazu gibt’s ein paar Tipps für erfüllten Sex.

Aufgepasst: Wir sprechen in einem relativ heteronormativen Kontext von Hure und Freier – nehmt es uns nicht krumm.

006 Das bedingungslose Grundeinkommen

Heute hatte ich ein besonderes Gespräch mit meinem Doktorvater.

Eigentlich war ich sogar nur Gast und Zuhörer als Prof. Marcel Fratzscher, Chef des DIW Berlin und mein Freund Michael Bohmeyer – der Gründer von mein-grundeinkommen.de über das für und wider des Grundeinkommens sprachen. Die beiden waren nah beieinander. Beide kritisieren die große Ungleichheit in Deutschland und beide sprechen sich dafür aus, das zu ändern. Michael Bohmeyer will allen Personen 1000€ im Monat geben, ohne eine Gegenleistung zu fordern, Prof. Fratzscher entgegnet „Fördern und Fordern“ und warnt davor, dass das Grundeinkommen auch negative Folgen für Menschen haben könnte, die bereits jetzt zu wenig zum Leben haben. Er schlägt vor, jeder Person 20.000€ für Bildung, Pflege und Fortbildungsmaßnahmen zur Verfügung zu stellen.

Die Frage, die mich bei dem Thema am meisten umtreibt: Wie finanzieren wir das? Und damit meine ich nicht die „Das ist doch gar nicht finanzierbar“-Polemik. Ich sehe in der Frage das Einfallstor für Bewegungen, die die Solidarität in unserer Gesellschaft abschaffen wollen – ein soziales Grundeinkommen ist genauso wie ein asoziales Grundeinkommen finanzierbar. Für welche Variante wir uns aber entscheiden, muss Teil des Diskurses werden. Das bringt uns weiter zu einer ganz eigenen Debatte: Wollen wir eine negative Einkommensteuer oder vervierfachen wir die Mehrwertsteuer, schaffen die Rente ab und halbieren die Steuerlast für Unternehmen. Das wirkt erstmal wie ein Detail in der Debatte, ist jedoch extrem wichtig, da es darüber entscheidet, ob wir von reich zu arm oder von arm zu reich umverteilen.

Am Ende des Gesprächs stellten wir fest: Am besten ausprobieren – vielleicht gibt es also bald ein begleitetes Experiment zum Grundeinkommen und zum Lebenschancenkredit vom DIW zusammen mit „mein-grundeinkommen.de“. Aber auch hier stellt sich die Frage – Wie finanzieren wir es? Vielleicht mit euch?

005 "Wir brauchen sichere Fluchtwege" im Gespräch mit Lea von Jugend Rettet

Lea ist Aktivistin und hat sich dafür entschieden Menschen zu retten, die in Seenot geraten sind.

Auf der Iuventa – dem Schiff von jugendrettet.org – war sie in internationalen Gewässern vor Libyen unterwegs. Wir haben aus aktuellem Anlass mit ihr gesprochen: Die italienische Staatsanwaltschaft hat die Iuventa beschlagnahmt und ermittelt wegen „Begünstigung der illegalen Einwanderung“ gegen die Aktivisten auf dem Schiff. Lea sagt „Unsinn!“ und spricht mit uns darüber, was sie erlebt hat und warum sie jederzeit wieder an Bord eines Schiffs von Jugend Rettet gehen würde.

004 Zukunft mit Kultur: Kultursenator Dr. Klaus Lederer im Gespräch mit Drop Media

Am Samstag, 19.8.2017, war in Berlin die Lange Nacht der Museen. Zu diesem Event kam der Berliner Kultursenator Klaus Lederer zu uns auf den Bauhauscampus. Wir diskutierten vor Publikum über seinen Werdegang, wie ihn die Zeit in der DDR und der Mauerfall, den er als 15-jähriger erlebte, prägten. Wir griffen ganz aktuelle (Berliner) Debatten auf, zum Beispiel jene um das Humboldtforum, in der sich beispielsweise die Frage stellt, wie wir mit der Geschichte des Kaiserreichs und der Kolonialzeit umgehen. Weil wir bei Drop-Media ein bisschen lockerer mit den Leuten reden, durfte der Kultursenator natürlich auch offenbaren, ob Kultursenator der coolste Job im Politikbetrieb ist. Falls euch das Interview gefällt, teilt es doch gerne bei Facebook und seid nächstes Mal am Start, wenn wir wieder eine Veranstaltung organisieren!