1ST WRLD PRBLMS

10 Tage lang hier nichts gemacht, zehn Tage verprasst. Schrei “bo, bo” wie damals Sido. Einiges passiert in der Welt, doch wie ein Kind in den kaum erschwinglichen Höhen des Himalayas könnte ich gerade nicht sagen, was so pseudewichtiges gerade am Abgehen ist. Aber ich bin hier ja auch die ganze Zeit abgelenkt. Da saß ich vor ein paar Tagen um acht Uhr morgens an einem Hauptumschlagsplatz für Menschen – reiche Menschen, Ökos, Banker ohne Grenzen, Easyjetter, Air-Bnbler_innen, sagen wir also Hauptumschlagsplatz für reiche Menschen – und warte auf den Weitertransport. Und da wäre es einfach, sich über vieles zu erregen, über die unbequemen Stühle mit den Armlehnen, die weniger für ruhende Arme als gegen ruhende Beine existieren. Aber weil das einfach ist, ist es doch auch langweilig und dumm und gräßlich, so ein richtiges firstworldproblemgesülze, das eh schon die ganze Zeit und immer mit viel krasserer Verstärkung als wirkliche Probleme von lauter nichtböswilligen Menschen rausgeblasen wird. Ausgelutschte, abgespritzte firstworldproblemberichte will ich nicht lesen, sehen, hören ud schon gar nicht schreiben. Aber es gib eben immer noch unerkundete Problemlandschaften, das stellte ich an jenem Morgen fest. Ich wollte nur eine entspannte Stunde mit whatsappen, Sportnews checken, paar Artikel lesen, nebenbei Musik hören, sozusagen mit “Nichtstun” verbringen. Die Zeit verdaddeln, bis es weitergehen würde. Aber wie soll das en8tspannt gehen, wenn neben mir eine Rolltreppe, dem 21. Jahrhundert angemessen ohne Stufen, mit flachen Hierachien und so ist un deren abrollen von einer im 15-Sekunden-Takt ertönenden Ansage “Be careful watch your step” begleitet wird? An so einem Flughafern, da würde man doch denken können, das hier ist die Elite, in der Leistungsgesellschaft müssten hier doch die klügsten Köpfe rumspazieren, alle die, die in der normalen Welt auch ganz gut zurechtgekommen sind. Aber denkste, anscheinend muss man den ganzen Leuten mit Nackenkissen einbläuen, dass sich die Hülle ihres superbraingesteuerten Eliteorganismus auf einem Rollweg anders verhält, als on the streets. Die Ansage alleine wäre noch auszuhalten, aber das ist doch wirklich unerträglich, das Wissen, von lauter Menschen umgeben zu sein, die es anscheinend tendenziell nicht fertigbringen, sich auf einem leicht beweglichen Untergrund unfallfrei zu bewegen. Wie oll ich da noch entspannen???